Gebärmuttermyom, Voruntersuchungen, Hysteroskopie

Allgemeine Informationen

Die Gebärmutter (Uterus) hat ca. die Größe und Form einer Birne. Das schlanke Ende ragt mit dem Gebärmuttermund in die Scheide. Das Organ besteht aus einer gleichmäßig starken Muskelwand, die in ihrem Innern von einer Schleimhaut (Endometrium) und im Bauchraum vom Bauchfell überzogen. ist. Die Gebärmutter liegt zwischen Harnblase und Mastdarm.

Myome sind gutartige, nicht krebsartige, Tumore bzw. Wucherungen, die schätzungsweise 3 von 4 Frauen haben, teils ohne es zu bemerken. Je nach ihrer Lage im Uterus, ihrer Anzahl und Größe können Myome Beschwerden hervorrufen. Diese können von leichtem Druck im Unterleib bis zu recht starken Schmerzen, starken Menstruationsblutungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Fehlgeburten und Problemen, schwanger zu werden, reichen - Probleme, die häufig auch eine erhebliche seelische Belastung hervorrufen.

Myome kommen in der Regel bei gebärfähigen Frauen, meistens zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr vor. Nur ein Frauenarzt kann mit Hilfe des Ultraschalls feststellen, ob Myome vorliegen, welche Größe sie haben und ob sie operativ entfernt werden müssen. Letztlich ist das natürlich alleine die Entscheidung der Frau.

Voruntersuchungen

Ich hatte 2003 eine Fehlgeburt, welche höchstwahrscheinlich auf ein bereits entstandenes Myom zurückzuführen war, von dessen Existenz ich aber nichts wusste. Ich erfuhr erst Wochen später davon, damals war es mit 0,5 cm aber noch recht klein.
Mir fiel im Laufe der letzten Monate auf, dass meine monatliche Blutung stärker wurde und länger dauerte. Die Blutbefunde sprachen auch eine eindeutige Sprache, offenbar durch zu starken Blutverlust Eisenmangel und Anämie. Inzwischen hatte mein Myom die Größe von 2 cm, wuchs weiter und lag direkt in der Gebärmutterhöhle. Obwohl ich bereits 44 Jahre alt bin, habe ich den Kinderwunsch nicht abgehakt, auch mein Mann nicht, der 47 ist. Ich kenne Urteile und Rat"schläge", letztlich müssen wir beide aber selbst entscheiden und das Schönste ist, wir sind uns einig, lieben uns und halten fest zusammen. Nicht zuletzt auch deshalb entschied ich mich für die mir vorgeschlagene Hysteroskopie

Nachdem mein Frauenarzt mittels Ultraschall das wachsende Myom in der Gebärmutterhöhle entdeckt hatte, überwies er mich ins AKH (Allgemeines Krankenhaus) in Wien.
Dort wurde unter anderem ebenfallls ein Ultraschall und auch ein Spezialultraschall gemacht, um die exakte Größe und den Ort eindeutig lokalisieren zu können. Schließlich wurde entschieden, das Myom mittels Hysteroskopie entfernen zu lassen.

Am Dienstag, dem 7. Juli 2009, betrat ich die gynäkologische Endokrinologie. Im relativ kleinen Aufenthaltsraum wurden die Aufnahmeformalitäten erledigt. Dort war ich nicht die einzige Aufnahme und es war ein Stimmengewirr von Schwestern und Patientinnen, das mich irritierte. Aufgrund meiner Sehbehinderung bin ich offenbar lärmemfpindlicher, was nicht nur mir sondern auch anderen Menschen auffällt. Gegen 14 Uhr bekam ich mein Zimmer 103 und ein Fensterbett zugeteilt. Dusche und WC waren für zwei nebeneinanderliegende Zimmer unmittelbar nebenan am Gang, auch für mich leicht zu finden.

Das AKH hat zwei 21-stöckige Bettentürme, einen roten und einen grünen, in dem ich lag. Hauptsächlich sind Dreibettzimmer und auf allen Stationen fast durchwegs dieselbe Anordnung, was die Orientierung erleichtert, auch wenn das AKH riesengroß und für viele eine Labyrinth ist.

Der restliche Nachmittag verging rasch, weil die operierende Ärtzin und später ein Arzt kamen, um mir noch einmal genau zu erklären, was gemacht wurde.
Die Schwestern waren auch sehr aufmerksam und meinten aufgrund meiner Sehbehinderung (ich war gekennzeichnet), wenn ich was bräuchte, sie wären jederzeit für mich da.

Auch der Abend verging rasch, die Nachtschwester kam gegen 21 Uhr und erklärte mir ganz genau, was ich am kommenden Morgen vor der OP zu tun hätte:
Ab Mitternacht nichts mehr essen und nur mehr wenig trinken.
Die Nacht schlief ich schlecht, naja, vor einer Narkose und einem Eingriff ist wohl jede(r) ein bisschen nervös.

Schon war der Morgen, der 8. Juli gekommen, ich ging gegen sieben Uhr duschen und auf die Toilette. Kaum war ich wieder im Zimmer, kam schon die Schwester:
Rein in das OP-Hemd, das hinten offen war, rein ins Bett, schon wurde ich an eine Infusion angehängt und bekam eine Beruhigungstablette. Bald darauf kam ein Pfleger, der mein Bett aus dem Zimmer holte. Ich sah nur Neonröhren um Neonröhren, als wir durch Gänge zum Lift und in den 9. Stock fuhren. Wieder Gänge und Neonröhren, ein witziger Anblick, weil diese verfärbten sich im Laufe der Fahrt nämlich irgendwie bläulich bzw. violett, was mir gefiel. Das lag wohl am Beruhigungspulver oder der Infusion, an der ich noch hing, dachte ich. Dann wurde mein Bett in einem kühlen Raum abgestellt und schon stellten sich mir mehrere Schwestern in einem grünen Gewand und mit Haube vor, deren Namen ich mir aber nicht merken konnte, auch wenn ich mich bewusst bemühte. Sie fragten mich nach meinen Daten und ob ich wisse, welche Art von Operation gemacht werden würde, was ich ordnungsgemäß beantwortete, als wäre ich in der Schule. Auf meinem Bett lag meine Krankengeschichte, was ich auch registrierte. Dann stand ich eine Zeit lang alleine und hörte die Schwestern miteinander reden. Ich versuchte, der Unterhaltung zu folgen, verstand aber nur Teile davon, obwohl sie nahe bei mir standen. Naja, Infusion und Tablette schienen ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Dann wurde ich mit dem Bett in den OP geschoben, denn ich sah die Lampe, die nicht an war, über mir. Mit Hilfe der Schwestern legte ich mich auf den OP-Tisch, auf dem das Gesäß auf einer Kante zu liegen kommen musste, der ringförmige Polster wurde unter meinen Kopf geschoben. Die OP-Schwestern erklärten mir jeden Handgriff, den sie machten und auch, dass sie mir nun das OP-Hemd auszogen. Ich bekam eine grüne kalte Decke über den Körper und fror. Auf meine Frage, warum hier alles so kalt war, meinte die Anästhesistin, das müsse wegen der Bakterien so sein. Sie sagte weiters, ich bekäme jetzt eine Maske übers Gesicht, das sei reiner Sauerstoff, er fühlte sich kühl an und die Maske schien ein Loch zu haben, was mich beruhigte. Angst hatte ich aber ohnedies keine im Gegenteil, ich fühlte mich gut aufgehoben bei den netten Schwestern, die mit mir sprachen und alles erklärten. Dann meinte die Anästhesistin, es könne mir etwas schwindlig werden, aber das bekam ich schon nicht mehr mit.

Was geschieht bei der Hysteroskopie, die in Vollnarkose durchgeführt wird

Ein optisches Instrument, das Hysteroskop, wird über Scheide und Gebärmutterkanal in die Gebärmutterhöhle eingeführt, wo in meinem Fall das 2 cm große Myom lag. Die Gebärmutter wird durch Einleiten von Flüssigkeit entfaltet. Die Innenseite der Gebärmutter und die Gebärmutterschleimhaut lassen sich mit der Optik unter Beleuchtung genau erkennen. Durch das Hysteroskop werden kleine Scheren, Lasersonden und Hochfrequenzschlingen in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Somit wurde das Myom entfernt. Der Eingriff dauerte ca. 20 30 Minuten, wurde mir vorher gesagt.

Als ich allmählich erwachte, lag ich in einem geschlossenen, langen Nachthemd zugedeckt in meinem Bett, am rechten Arm pumpte sich automatisch ein Blutdruckmessgerät auf. Ich bemerkte, dass das Gitter links und rechts hochgeklappt war, wohl damit ich im Aufwachzustand nicht rausfallen konnte. Jemand sprach mich mit Namen an und fragte, ob ich Schmerzen hätte, was ich verneinte. Irgendwann kam wieder der Pfleger und schob mein Bett in mein Zimmer zurück. Dort kam gleich die Schwester und fragte mich, wies mir ginge und ob ich Schmerzen hätte. So viel Aufmerksamkeit für so ein großes Spital, ich war echt positiv überrascht. Obwohl Massen an Patienten waren, die oft nicht mal zwei Nächte blieben und Operationen am laufenden Band gemacht wurden, war man zumindest hier keine Nummer sondern ein Mensch mit Namen, den man ernst nahm und um den man sich wirklich kümmerte.
Zum Abendessen um sechs war ich dann ziemlich wach und ging alleine aufs WC. Ich war zwar für meine Begriffe fit, hatte aber einen Linksdrall und hielt mich an der Wand an. Am späteren Abend fühlte ich mich noch fitter und so wohl, als wäre nichts geschehen. So ging ich auf den Gang hinaus und telefonierte, legte mich anschließend aber sicherheitshalber wieder hin, wollte nichts übertreiben. Die ganze Nacht schlief ich total tief und wachte erst durch die Schwester geweckt in der Früh auf.

Ich wurde an diesem 9. Juli entlassen, fühlte mich an dem Tag aber im Gegensatz zum gestrigen Operationstag, also Stunden nach der Narkose, wie gerädert und erschöpft. Ich stellte auch fest, dass doch etwas geschehen war, das ich am Abend der OP nicht bemerkt hatte, wohl noch durch die Narkose oder eventuelle Schmerzmittel leicht betäubt. Der Hals tat mir weh und ich hatte Schluckbeschwerden. Im Gesicht war ich voller Pickel, hinter den Ohren bzw. bei den Ohrläppchen verkrustet und geschwollen, auch die Ellbogen und das Schlüsselbein taten mir weh. Die Gebärmutter zog und stach, wenn ich hustete. Ich schlief und schlief fast den ganzen Tag daheim.

Nach dieser Operation darf man zwei Wochen keinen Sport ausüben, nicht baden, keinen Geschlechtsverkehr haben und nicht mehr als 2,5 Kilo heben. Die Gefahr von Infektionen und zu starken Blutungen ist zu groß. Es kann die folgenden Tage zu regelähnlichen Blutungen kommen, ähnlich wie nach einer Currettage, muss es aber nicht. Nach ca. 4 Wochen soll man zu seinem niedergelassenen Gynäkologen zur Kontrolle.


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Letztes Update 11. Juni 2009
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