26. dezentraler Österreich-Cup 2011/12
in Klagenfurt

Was bedeutet Ö-Cup

Vier Qualifikationsrunden werden von Oktober bis Jänner am heimischen Schießstand (also dezentral) geschossen, da wir Schützen aus ganz Österreich und der Schweiz sind. Bei der Endausscheidung treffen wir einander zur Ermittlung der Sieger (also zentral) jedes Jahr im Februar/März an einem anderen Ort in Österreich.

Bewerbe:
1.) Einzelbewerbe für Frauen:
- 40 bzw. 60 Schuss "stehend frei" in der Zeit von 1.15, bzw. 1.45 Std.
- 40 bzw. 60 Schuss "stehend aufgelegt" oder "sitzend mit Riemen" in der Zeit von 1.15 bzw. 1.45 Std.

2.) Einzelbewerbe für Männer:
- 60 Schuss "stehend frei" in der Zeit von 1.45 Std.
- 60 Schuss "stehend aufgelegt" oder "sitzend mit Riemen" in der Zeit von 1.45 Std.

3.) Mannschaftswertung für Frauen und Männer gemeinsam:
"stehend aufgelegt" oder "sitzend mit Riemen" oder "stehend frei", wobei 40 Schuss des Einzelbewerbes zur Wertung herangezogen werden.

Meine persönliche Erzählung

Erwin, Andrea und ich fuhren am Freitag, dem 9. März, mit dem Auto zum Austragungsort nach Klagenfurt. Nach Check-In im Gasthof Krall gingen wir zuerst in die Zimmer, um uns frisch zu machen, bevor wir im hellen und freundlichen Frühstücksraum gegen 13 Uhr zu Mittag aßen.

Gegen 16 Uhr trafen die drei Schweizer ein. Ihr Trainer saß neben mir und lud mich spontan auf meinen Kaffee ein, den ich gerade trank. Humorvoll meinte ich, dass ich diesen als meinen Geburtstagskaffee betrachte, worüber er schmunzelte und die beiden anderen lächelten. Ich war etwas irritiert, stellte sich heraus, dass eben genau dieser Trainer Heinz heute auch Geburtstag hatte. Als alle Schützen inklusive Betreuer im Gasthof eingetroffen waren, fuhren wir im Autokonvoi zum nahe gelegenen Schießstand in die St. Veiterstraße. Dort angekommen baute jeder sein Equipment auf, wenig später trafen die Funktionäre des Schützenvereins ein und begrüßten alle Anwesenden. Zu Tränen gerührt war ich, als Patrick und Soran für Heinz und mich "Happy Birthday" anstimmten und alle mitsangen.

Um ca 20 Uhr trafen wir wieder im Gasthof Krall zum gemeinsamen Abendessen ein. Ein Lob der Hotelführung, wir wurden separat im Frühstücksraum untergebracht und hervorragend bewirtet. Wir erfuhren vom Kellner, dass 200 Personen zum Abendessen im großen Speiseraum versorgt werden mussten, weil eine sportliche Großveranstaltung zu Ende gegangen war. Ringsum waren viele Sportplätze, wie Erwin feststellte, als wir vor dem Hotel parkten.
So wurde es recht spät, bis ich an diesem - für mich wirklich tollen Geburtstag - ins Bett kam.

Wettkampf stehend frei Ich beim Bewerb "stehend frei"

Am Samstag waren Andrea und ich mit anderen Schützen erst um 13 Uhr für den Bewerb "stehend frei" an der Reihe. So gingen wir vorher bei strahlendem Sonnenschein spazieren und aßen im Aufenthaltsraum des Schießstandes einen Toast. Nicht zu wenig und nicht zu viel im Magen, ich wusste, so konnte ich am besten schießen. Mit wenigen Probeschüssen war ich mittig und begann mit dem Bewerb. Erwin meistert das seit Jahren hervorragend, er wechselt sowohl Andrea als auch mir die Wettkampfscheiben. Ich er"schoss" für mich ein respektables Ergebnis von 555 Ringen, denn diesmal hatte mich der Tremor (zittern in den Händen) so gut wie verschont.
In der Disziplin "stehend aufgelegt" erreichte ich 598 Ringe, was mich ebenfalls sehr freute.
Das Finalschießen taugt mir sowieso, es ist spannend und aufregend zugleich. Wie läuft so etwas ab:
Einer der Organisatoren übernimmt das Kommando
"Für den 1. Schuss laden"
Man hört das Klicken der zugehenden Spannhebel
"Fünf, vier, drei, zwei, eins, Start!"
Meist war ich eine der Ersten die schoss oder eine der Letzten. Ich kann den Ton nicht mehr exakt hören, wenn fast alle zeitgleich abschießen, wofür pro Schuss 75 Sekunden Zeit sind. Nach jedem der insgesamt 10 Schüsse werden die Scheiben eingesammelt, durch die Auswertermaschine gezogen und dann das Ergebnis verlesen zB
"Stand 1, 10,6", das anwesende Publikum klatscht.
Stand 2, 9,9", knapp vorbei ist auch daneben, leider und ärgerlich für jeden Schützen, ein Seufzen geht durch die Runde, weil alle mitleiden.
Stand 3, 10,2" usw.

Wirklich nette und hilfsbereite Menschen waren für uns im Einsatz und halfen unermüdlich, wofür ich mich wirklich herzlich bedanken möchte.

Am Abend erfolgte nach Speis und Trank die Siegerehrung.
Im Bewerb "stehend frei" erreichte ich den 3. Platz, in der Disziplin "stehend aufgelegt" den 2. Ich freute mich riesig, als mir die Medaillen umgehängt wurden. Angesichts der Tatsache, dass ich nach den heimischen vier Runden die Letzte war, hatte ich nie mit so einem Ergebnis gerechnet und war einfach nur glücklich.

Ich lasse mich trotz des Tremors nicht demotivieren bzw. unterkriegen und schieße so lange es mir Spaß macht und das tut es auch noch nach 23 Jahren. Der gesellschaftliche Aspekt ist für mich ebenso wichtig. Zusammensitzen, gut essen, was trinken, miteinander reden und auch ab und an mal singen :-). Leider finden nicht so viele Veranstaltungen statt, deshalb sehen wir uns relativ selten und sind daher gern beisammen. Wir sind alle ein freundschaftliches und harmonisch-sportliches Team. Möge es noch lange so bleiben, das wünsche ich mir.

Gruppenfoto Siegerehrung Gruppenfoto


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Letztes Update 14. März 2012
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