Dezentrale Meisterschaft im HSV Stammersdorf

Alfred Tauber kenne ich seit langer Zeit. Damals arbeitete ich noch als Telefonistin in der General Körner Kaserne, er war in der Heeressport- und Nahkampfschule beschäftigt. Es hatte sich im Laufe von Jahren so eingebürgert, dass wir Kolleginnen bei den Weihnachtsfeiern Mitarbeiter des Hauses einluden. Ich wählte Vzlt Alfred Tauber, denn er hatte eine angenehme Telefonstimme, war stets freundlich und wirkte so gar nicht millitärisch. Da sich herausstellte, dass wir beide begeisterte Luftgewehrschützen waren, kamen wir bald in ein interessantes Gespräch. Er hatte mit meiner Sehbehinderung keine Probleme, war total unkompliziert und so entwickelte sich ein herzliches Verhältnis zueinander, das bis heute so geblieben ist.

Inzwischen bin ich wegen der Augenkrankheit Glaukom in Pension und er ist Oberschützenmeister (OSM) im Heeressportverein (HSV).

Im Oktober vergangenen Jahres fragte mich unser Schießreferent Dr. Max Ott, ob die Endausscheidung der 18. dezentralen Meisterschaft in Wien ausgetragen werden könnte. Alle Jahre war ein anderes Bundesland an der Reihe und Wien war es lange nicht mehr gewesen. Seinerzeit hatte ich noch Betreuer Otmar an meiner Seite, der mir bei der Organisation half, diesmal war ich allein und wandte mich an Alfred Tauber (Fred). Er war sofort einverstanden und begeistert. Ab Mitte Februar liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Fred, Eder Michael (Bereichsleiter im HSV) und ich sprachen alles durch:

Da war zu klären, ob die Stromversorgung in der Lufthalle den Halogenspots der sehbehinderten Schützen standhielt. Wie viele Verteiler waren notwendig und wie viele Schießständer für den Bewerb „stehend aufgelegt“ mussten noch besorgt werden? Wie sollten die Ergebnislisten aussehen, wären Urkunden zu erstellen? Wie viele Schützen samt Betreuer kamen an diesem Samstag, dem 13. März 2004, denn danach richtete sich das Mittag- und Abendessen.

Ich während des Bewerbes stehend frei

Was es auch war, Fred betonte immer aufs Neue, dass er mir jederzeit helfen würde und das schätze ich sehr.

Ott Max schickte mir die Schießscheiben, die ich für jeden Schützen abzählte, mit seinem Namen versah und mit einem Gummiband umschlang.

Schöffmann Franz, geschäftsführender Vizepräsident des Wiener Behindertensportverbandes und Obmann des VSC ASVÖ Wien, schickte mir die Medaillen. Die Pokale wollten er und Mag. Franz Karl, Präsident des Wiener Behindertensportverbandes, bei der Siegerehrung selbst mitbringen. Dass sich die beiden Herren diesbezüglich so bemühten und darum kümmerten, fand ich ausgesprochen lobenswert und war ihnen wirklich dankbar.

Ich klärte noch abschließend mit den Schützen bzw. Betreuern, mit welchem Verkehrsmittel sie um welche Uhrzeit am Freitag ankamen, damit mein Günther und ich eventuell mit dem Auto aushelfen konnten.

Organisatorisch war da eine Menge auf mich zugekommen, was ich vorher noch nie gemacht hatte. Ich war darum am Freitag, dem 12. März etwas nervös, jedoch alle trafen pünktlich ein und gegen 18.00 fuhr der Konvoi, angeführt von meinem Günther und mir, nach Stammersdorf zum Heeressportverein. Dort wurde der Schießstand begutachtet und mit den Aufbauarbeiten begonnen. Die Halogenspots wurden auf die Fotoständer montiert und in richtiger Entfernung zum Kugelfang ausgerichtet. die Waffen ausgepackt und etliche Probeschüsse abgegeben.

Am kommenden Tag fand der Wettkampf statt und bereits im Vorfeld ging alles reibungslos über die Bühne. Ich freute mich, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt das Meiste so gut hingekriegt hatte und dass mir auch mein lieber Günther als Chauffeur tatkräftig zur Seite stand. Ott Max mit Frau Elisabeth und Eder Michael halfen unermüdlich, was mich wirklich sehr entlastete und rührte.

Darum absolvierte ich die erste Disziplin „stehend frei“ mit einem für mich sensationellen Ergebnis von 388 Ringen, denn ich war ruhig und gelassen. Mit der Ringanzahl hatte ich mich für die WM in Spanien qualifiziert, die zu diesem Zeitpunkt im Gespräch war.

Der ganze Tag verlief problemlos. Michael wertete die Scheiben aus, schrieb die Ergebnisliste und tat wohl noch weit mehr, was mir als Schütze verborgen blieb. Für sein Engagement möchte ich mich ganz besonders bedanken.

Das Essen knapp vor der Siegerehrung war sehr gut und der Zeitplan genau eingehalten. Den Damen im Schützenhaus auch ein recht herzliches Dankeschön dafür. Alle Schützen waren sich einig, dieser Schießstand war akustisch einer der besten, die Leute des HSV nett und zuvorkommend und die Organisation exakt gelungen.

Die Siegerehrung selbst verlief harmonisch und gut koordiniert. Ich bekam einen goldenen Pokal und drei Medaillen in würdigem Rahmen überreicht und freute mich riesig darüber. Auch viele andere Schützen wurden geehrt und der Tag fand ein schönes Ende.

Alfred Tauber
mit allen Schützen, die eine Medaille bzw. Pokal erhalten haben.

Alfred Tauber links, ich in der Mitte 
und Eder Michael rechts.


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Letztes Update 15. März 2004
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