Unsere Hochzeit

Unseren Entschluss zu heiraten, fassten wir einen Tag bevor wir aufs Standesamt zur Anmeldung gingen, darüber gesprochen haben wir seit September. 16 Jahre sind wir nun ein Pärchen, dementsprechend groß war die Überraschung, als wir unser Vorhaben bekannt gaben, was uns einerseits amüsierte und uns andererseits mit Stolz erfüllte. Wohl kaum Jemand aus unserem Verwandten- oder Freundeskreis hatte nach so vielen Jahren unseres Zusammenseins mit einer Hochzeit gerechnet. Wir waren dankbar für Tipps und Ratschläge bereits verheirateter Freunde und des erfahrenen Standesamtpersonals.

Dieses Wissen geben wir gerne weiter, vielleicht ist es eine Hilfe für zukünftige Heiratswillige:

Erledigungen

• Bei der Anmeldung am Standesamt ist eine Gebühr zu entrichten, die in Österreich jedoch nicht einheitlich ist, deshalb ist es schwer, hier einen exakten Betrag zu nennen. Sicherheitshalber sollte man mit 100 Euro rechnen.
Geburtsdaten und –orte der Eltern sollten angegeben werden.
Die Frau braucht einen Auszug aus dem Geburtenbuch (außer sie heiratet in ihrem Geburtsort), den man gegen eine Gebühr vom Standesamt (Geburtsort) bekommt.

• Eheringe kaufen und das möglichst frühzeitig, dass falls eine Änderung (der Ring zu groß) notwendig ist, man sie zeitgerecht bekommt. Auch an die Gravur sollte man denken, der Name des anderen Partners und das Hochzeitsdatum im Ring brauchen auch seine Zeit beim Juwelier

• Die Einladungen an die Gäste, die man bei der Hochzeit dabeihaben möchte, sollten zeitgerecht verschickt werden. In einem geeigneten Geschäft (z. B. Print Shop) gibt es vorgedruckte Billetts zum Aussuchen. Man ändert den Text auf seine Daten und lässt die Einladungen drucken, was einige Tage dauert, bis man sie samt Kuvert abholen kann.

• Wenn man Profifotos haben möchte einen Termin beim Fotografen vereinbaren. Nach ausführlicher Beratung kann man sich dann für eine bestimmte Anzahl von Fotos (Serien) entscheiden.

• Im Blumengeschäft einen Brautstrauß (oder was man haben möchte) bestellen und dazu passende Anstecker für den Bräutigam und männlichen Trauzeugen. Schleifen für die Autos (Antennen) werden auch dort angeboten. Wenn man am Brautauto ein Bukett anbringen will, sollte man auch an diese Bestellung und eine Befestigungsmöglichkeit denken.

Der Hochzeitstag

Fiel auf den Krampustag, also den 05.12.05, einen Montag. Meine Frisörin Sabine sperrte extra für mich den Salon auf, wofür ich ihr sehr dankbar bin. Genau an diesem Tag wurde ihr Kind krank und sie musste kurzfristig einen Babysitter organisieren. Trotzdem kam sie und machte eine wunderschöne Frisur, die mir wirklich gut stand und auch jedem anderen gefiel.

Wieder daheim, zog ich mein cremefarbenes Kostüm an. Während dessen stieg die freudige Aufregung sprunghaft an, denn ich hatte erstmals an diesem Tag ein wenig Zeit zum nachdenken *g*. Auch Günther wurde zusehends nervös, was uns amüsierte.
Wir hatten einen Taxibus bestellt, da es am Standesamt Floridsdorf kaum bis gar keine Parkplätze gibt. Mit Günthers Mutter, Bruder Willy, Trauzeugen Gerhard und lieben Freunden waren wir 7 Personen und schätzten den Komfort, chauffiert zu werden und vor dem Standesamt aussteigen zu können.

Als wir gegen viertel nach zehn im zweiten Stock eintrafen, kamen nach und nach unsere geladenen Gäste, 20 an der Zahl.
Auch andere Brautpaare, die vor uns heirateten, waren mit ihren Angehörigen und Freunden anwesend, sodass eine fröhliche, aber auch laute Stimmung entstand. Die Begrüßung und dass fast alle sagten, wie hübsch wir doch seien, machte uns total stolz und überglücklich. Wir fühlten uns im Kreise unserer Lieben ausgesprochen wohl und genossen die prickelnde, leichte Nervosität.

Wir vor dem Trauungssaal Begrüßung der Gäste Noch vor der Trauung

Weil wir uns für Musikuntermalung entschieden hatten, kam der Musiker auf uns zu und fragte uns, was wir gerne hören wollten; wir entscheiden uns für den klassischen Stil. Herr Sappert verlieh der Hochzeit im Standesamt einen feierlichen Rahmen.

Knapp vor dem Einzug wurden wir darauf aufmerksam gemacht, langsam den Trauungssaal zu betreten, was uns prompt aus dem vorher augemachten Gleichschritt kommen ließ, worüber wir schmunzeln mussten.
Als der Standesbeamte, Herr Reiche, den Raum betrat, erkannten Günther und ich ihn sofort wieder, bei ihm hatten wir uns für die Hochzeit angemeldet. Er fasste sich kurz – fast zu kurz, wie wir alle fanden - aber er vergaß kein Detail. Der von uns beauftragte Fotograf, Herr Vodicka, machte wunderschöne Aufnahmen. Obwohl er für den „Otto Normalverbraucher“ nicht gerade günstig ist, können wir ihn nur weiter empfehlen. Eine Hochzeit ist etwas einmaliges und Herr Vodicka ist ein absoluter Profi, wie alle Aufnahmen klar beweisen.

Nach der gesetzlichen Trauung gratulierten uns alle Gäste. Bei den vielen aufrichtigen und lieben Worten war ich fast zu Tränen gerührt. Ein Meer aus Blumen und zahlreichen Kuverts türmten sich bald auf dem Tisch.

Einzug ins Standesamt Der Standesbeamte spricht zu uns Gratulationen nach der Trauung

Als wir das Standesamt verließen, fing es an zu regnen. In mir drin tönte der Spruch: „Es regnet das Brautpaar ins Glück“ und so konnte ich dem Wetter sogar was Positives abgewinnen. Zum Glück hatte Andrea einen Knirps dabei und gab ihn uns, ohne an sich zu denken, denn sie wurde mit Sicherheit nass. Die Blumen nahmen unsere Freunde mit, die mit den Autos und Taxis vorweg ins Restaurant fuhren.

Günther und ich gingen quer über die Straße zum Fotografen. Im Studio von Herrn Vodicka hatten wir es nett und lustig zugleich. Seine professionellen Anweisungen nahmen uns jede Aufregung, denn man macht sich ja doch Gedanken, ob man aufrecht und gerade steht, nicht schief schaut, nicht die Augen reflexartig schließt etc. Wir waren locker und entspannt und die Fotoserie machte uns Spaß. Auch das gab dem Tag einen feierlichen Aspekt.

Wir in Gro&szligaufnahme Wir schauen uns an Wir stehen und schauen uns an

Anschließend begaben wir uns zu den bereits eingetroffenen Gästen ins Pizzeria-Ristorante da Giovanni, wo wir eine Tafel im Wintergarten reserviert hatten. Die Tische waren schön gedeckt und es gab vorweg einen Aperitif. Ich fand es sehr aufmerksam – auch wenn es bestimmt zum Service gehört – dass ein Beistelltisch bereitgestellt wurde, auf dem Blumenvasen mit Wasser standen.

Die Hochzeitstorte von Frau Hecht – der Mutter meiner Trauzeugin Susanna – war einmalig schön und beeindruckte jeden Anwesenden.

Das Personal bediente uns vorzüglich, das Essen schmeckte – wie immer dort – phantastisch.

Es regnet das Brautpaar ins Glück Der Beistelltisch mit allen Blumen und der Torte Wir schneiden die Torte an Ein Blumenmeer in meiner weihnachtlich dekorierten Wohnung

Wir saßen noch lange im Kreis unserer liebsten Menschen beisammen und genossen die unwiederbringlich harmonische Atmosphäre.
Für mich wurde ein Traum wahr, ich bin eine stolze und überglückliche Frau Bänder und es war wirklich der schönste Tag in meinem Leben. Auch Günther ist stolz, den Ehering zu tragen und nun verheiratet zu sein.

Nach der Hochzeit

Das wichtigste für die Frau ist, sich eine gültige Identität in Form eines Reisepasses oder Personalausweieses zuzulegen. Beides bekommt man im Standesamt, wobei man den Reisepass sofort bekommt, während der Personalausweis (jetzt in Form einer Scheckkarte) nach einigen Tagen zugeschickt wird. Mit Kosten, für beide Dokumente, muss man an die 150 Euro rechnen und auch eine längere Wartezeit in Kauf nehmen.

Namensänderungen
Zu folgenden Einrichtungen muss man eine Kopie der Heiratsurkunde schicken:
An- Ab- oder Ummeldung des Hauptwohnsitzes
Kfz-Zulassung
Krankenkassen
GIS (Gebühreninfocenter)
Versicherungen aller Art
Telefongesellschaften
Wohnungsgenossenschaften
Finanzamt
Zur Bank sollte man persönlich erscheinen

Auch wenn online die Möglichkeit der Namensänderung geboten wird, so reicht das in den meisten Fällen nicht aus. Man wird per Post oder E-Mail darüber informiert, eine Kopie der Heiratsurkunde zu schicken.


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Letztes Update 15. Dezember 2005
© by Nothburga Bänder, Wien